TelefonSeelsorge Pfalz

Detailinformationen

Information über die Ausbildung zur ehrenamtlichen Mitarbeit in der TelefonSeelsorge Pfalz

  1. Persönliche Voraussetzungen für die Ausbildung
    Für die Telefonseelsorge-Ausbildung und -Mitarbeit sind bestimmte Fähigkeiten notwendig. Wir versuchen deshalb, uns möglichst vor Kursbeginn ein Bild zu machen, wie weit Ihnen mit Ihren Begabungen diese Arbeit entspricht.
    Als Telefonseelsorgerin/Telefonseelsorger brauchen Sie:
    • Belastbarkeit
      Manchmal hören Sie Dinge, die Sie sehr stark erschüttern. Sie werden z.B. von Menschen angerufen, die sich das Leben nehmen wollen. Andere berichten von einem Problem, mit dem Sie selbst in Ihrem Leben noch nicht fertig geworden sind. Nicht immer bietet sich schnell die Gelegenheit, mit uns Hauptamtlichen darüber zu sprechen und Sie müssen, da Sie unter Schweigepflicht stehen, solche Erlebnisse zunächst allein mit sich herumtragen. Außerdem werden Sie in den seltensten Fällen erfahren, was Ihr Gespräch bewirkt hat.
    • Einfühlungsvermögen
      Viele Anrufende gestalten ihr Leben und ihre Beziehungen völlig anders, als Sie es gewohnt sind. Andere wirken auf den ersten Eindruck schroff und abweisend, obwohl sie innerlich tief verzweifelt sind. Sie sollten in der Lage sein, sich in solche, Ihnen fremde Denk- und Verhaltensweisen hineinzuversetzen.
    • Selbstwahrnehmung
      Ihre Person tritt im Beratungsgespräch nicht vollständig zurück, sondern Sie bringen Ihre eigene Lebensgeschichte, eigene Konflikte und Lösungsmodelle mit ein. Das kann im Einzelfall sehr hilfreich, in einem anderen Fall aber unangemessen sein. Deshalb ist es wichtig, dass Sie über Ihre eigenen Erfahrungen und Gefühle Bescheid wissen. Wir erwarten, dass Sie bereit sind, in der Ausbildungsgruppe über sich selbst zu sprechen und damit auseinander zu setzen, wie die anderen Mitglieder Sie erleben.
    • Teamfähigkeit
      Beratung bedeutet für uns nicht, Anrufenden einen Rat zu erteilen, sondern sie als erwachsene Partner ernst zu nehmen und mit ihnen gemeinsam Lösungen zu suchen. Um das zu lernen, geschieht die Ausbildung und später auch die Weiterbildung der Gruppen: Sich gegenseitig zu unterstützen und zu korrigieren, gemeinsam Wege zu erarbeiten, ist unserer Meinung nach für die Beratung ebenso wichtig wie die allein verantwortete Einzelleistung. Unsere MitarbeiterInnen erleben diese Gruppenarbeit und das Engagement in einem menschlich offenen Team als große persönliche Bereicherung.
    • Offenheit gegenüber religiösen und weltanschaulichen Fragen
      Die Telefonseelsorge Pfalz ist eine Einrichtung der katholischen und evangelischen Kirche in der Pfalz. Wenn Sie sich für den Ausbildungskurs bewerben, erwarten wir von Ihnen kein Glaubensbekenntnis, mindestens aber eine Offenheit für die Werte der christlichen Tradition und die Bereitschaft, diesen Dienst in Verbundenheit mit der jeweiligen Kirche zu tun. Wir erwarten Ihre Aufgeschlossenheit, für sich selbst über religiöse Fragen nachzudenken und sich auf unsere christliche Praxis einzulassen (z.B. ökumenische Gottesdienste, Meditationen, u. a.). Bewerber, die einer Kirche oder Glaubensgemeinschaft angehören, die nicht Mitglied der „Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen“ (ACK) ist, können nicht zugelassen werden.
  2. Aufnahmeverfahren
    Das Aufnahmeverfahren beginnt mit dem Auswahlgespräch. Dieses dauert etwa eine Stunde. Dabei werden wir mit Ihnen zusammen klären, ob die Teilnahme am Ausbildungskurs für Sie und für uns sinnvoll erscheint. Rechtzeitig vor dem Auswahltermin erhalten Sie von uns einen persönlichen Fragebogen, der die Grundlage dieses Gesprächs sein wird. Dort haben Sie auch die Gelegenheit uns persönlich kennen zu lernen und sich weiter zu informieren.

  3. Schwerpunkte der Ausbildung
    • Arbeit an der eigenen Person
      Sie bringen Ihre Lebensgeschichte und Ihre Erfahrungen mit. Am Telefon sollen Sie Ihre persönlichen Fähigkeiten einsetzen, aber auch um Ihre Grenzen und Empfindsamkeiten wissen. Deshalb ist es wichtig, dass Sie in der Ausbildungsgruppe über Ihre Lebensgeschichte und Erfahrungen sprechen und die anderen Teilnehmer/innen mit ihren jeweils unterschiedlichen Hintergründen kennen lernen. Das bedeutet, dass manches von dem, was für Sie bisher selbstverständlich und sicher war, in Frage gestellt wird. Es geht einerseits um Bejahung und Entfaltung Ihrer Fähigkeiten, andererseits um Neuorientierung und Veränderung.
    • Arbeit an der Fähigkeit, Gespräche zu führen
      Die Anrufenden sprechen mit Ihnen über sich und ihre Situation, sie haben an Sie als beratende Person bestimmte Erwartungen, im Gespräch entsteht zwischen Ihnen eine Beziehung. Wenn Sie beratend tätig sein wollen, brauchen Sie die Fähigkeit, die vielfältigen Wünsche und Erwartungen wahrzunehmen und damit in angemessener Weise umzugehen. Sie brauchen methodische Hilfen, um die Beziehung zwischen Ihnen und den Anrufenden aufzubauen, um die Gespräche zu strukturieren. Sie brauchen ebenso die Möglichkeit, mit den Anrufenden gemeinsam Lösungsvorschläge zu erarbeiten. Schließlich geht es darum, Ihre eigenen Belastungen zu spüren und zu verarbeiten.
    • Einführung in die Problemfelder der Telefonberatung
      Neben der Arbeit an der eigenen Person und der Gesprächsmethodik ist es für einen hilfreichen Umgang mit den Anrufenden notwendig, Fachwissen über verschiedene Problemfelder zu erwerben (z.B. Trauer, Suizid, Suchtprobleme ...). Auch werden Kenntnisse über angemessene Hilfsmöglichkeiten und weiterführende Hilfestellen vermittelt.
    Diese drei Schwerpunkte der Ausbildung stehen nicht isoliert nebeneinander, sondern bilden eine Einheit.

  4. Ablauf der Ausbildung
    Die gesamte Ausbildung umfasst ca. 200 Stunden verteilt über 1 ½ Jahre.
    Nach der Grundausbildung folgt eine halbjährige Praxisphase. In dieser Zeit sollen die neuen Mitarbeiter/innen bereits Telefondienst unter intensiver Supervision machen. Die Supervision erfolgt in den Gruppensitzungen zum gleichen Zeitpunkt wie bei der Grundausbildung und wird durch Einzelsupervision nach zeitlicher Absprache ergänzt.
    Die Teilnahme am Ausbildungskurs ist kostenlos. Kosten für Übernachtung und Verpflegung werden übernommen, wenn der Kurs in einem Tagungshaus stattfindet (in der Regel am Einführungswochenende). Fahrtkosten für die Ausbildung können nicht erstattet werden. Teilnehmer/innen am Ausbildungskurs sind allerdings für die Teilnahme am Kurs und den Weg zu den Veranstaltungen versichert. Auf Wunsch werden Teilnahmebescheinigungen ausgestellt.
    Alle regelmäßigen Gruppenveranstaltungen der Aus- und Fortbildung sowie der Dienst am Telefon finden am Sitz der Telefonseelsorge in Kaiserslautern statt.

  5. Die Mitarbeit
    Die erfolgreich durchlaufene Ausbildung ist die Voraussetzung für die ehrenamtliche Mitarbeit in der Telefonseelsorge. Voraussetzung für einen erfolgreichen Abschluss ist die regelmäßige Teilnahme und die Zustimmung der Stellenleitung nach zwei Probeschichten. Für Ausbildung und Mitarbeit können bei Bedarf Bescheinigungen ausgestellt werden. Die erfolgreich durchlaufene Ausbildung berechtigt prinzipiell zur Mitarbeit in allen anderen deutschen Telefonseelsorgestellen.
    Eine Arbeitsgemeinschaft von ca. 90 Ehrenamtlichen in einem solchen Dienst rund um die Uhr muss bestrebt sein, die anfallenden Belastungen möglichst gleichmäßig auf alle zu verteilen. Wenn Sie am Ausbildungskurs teilnehmen, gehen Sie folgende Verpflichtungen ein:
    • Nach der Ausbildung arbeiten Sie mindestens 2 Jahre mit. (Gravierende Veränderungen im persönlichen Umfeld werden nach Absprache mit der Leitung berücksichtigt.)
    • Sie übernehmen in der Regel einen Nachtdienst à 9 Stunden oder drei Tagdienste mit insgesamt 15 Stunden pro Monat, darunter auch Wochenend- und Feiertagsdienste. Zudem gehen wir von der Bereitschaft aus, bei Engpässen in der Dienstplanbesetzung gelegentlich einzuspringen.
    • Auch nach der Ausbildung ist eine regelmäßige Praxisbegleitung (Supervision) notwendig und daher verpflichtend. Diese findet in sog. Begleitgruppen statt, die sich in der Regel einmal monatlich für 2-3 Stunden unter professioneller Begleitung treffen. Darüber hinaus haben die MitarbeiterInnen die Gelegenheit, am reichhaltigen Fortbildungsangebot der Telefonseelsorge teilzunehmen. Auch darüber können Bescheinigungen erstellt werden.
    • Absolute Voraussetzung für jegliche Telefonseelsorgearbeit ist Ihre Verpflichtung zum Schweigen über Anrufe und deren Inhalte sowie über Belange der Dienststelle. Außerdem verpflichten Sie sich zur Anonymität am Telefon (Dienst-Anonymität). Da bereits die Ausbildung nur mit Praxisbezug möglich ist, unterschreiben Sie zu Beginn des Kurses eine Verpflichtungserklärung, die auch dann Gültigkeit behält, wenn Sie aus dem Kurs bzw. der Arbeit ausgeschieden sind.
    • Die Anonymität der Ehrenamtlichen in der Öffentlichkeit (Außen-Anonymität) liegt in deren persönlichen Ermessen. Diese dient dem eigenen Persönlichkeitsschutz. Sie ermöglicht außerdem eine niedere Zugangsschwelle für Anrufende. Diese ist eventuell beeinträchtigt, wenn sie befürchten müssen, Bekannte am Telefon anzutreffen. Aus diesen Gründen sind die Mitarbeitenden gehalten, den Kreis derjenigen, die von der Mitarbeit wissen, klein zu halten. Dieser Personenkreis muss dann auch von dem Grundsatz der Anonymität unterrichtet sein.
    • Die Fahrtkosten für die Dienste und für die Teilnahme an der Praxis-Begleitgruppe werden erstattet.
    Ehrenamtliche Mitarbeiter/innen sind für die ehrenamtliche Tätigkeit und die notwendigen Fahrtwege versichert über Sammelversicherungsverträge der Träger der TelefonSeelsorge Pfalz.

Für Rückfragen stehen wir Ihnen selbstverständlich auch telefonisch gerne zur Verfügung.

Anonym. Kompetent. Rund um die Uhr.

0800 - 111 0 111 / 0800 - 111 0 222

Die Deutsche Telekom ist Partner der TelefonSeelsorge. Ihr Anruf ist kostenfrei.